Und wer nimmt nicht immer mal wieder gern seine in ein blütencremeweißes Hochzeitskleid gewandete und mit Stöckel-(!)Schuhen ausgestattete Braut mit auf eine Fahrradtour in den Rosa-Granit-Felsen bei Ploumanac'h?
Noch eine letzte Frage...
Und wer nimmt nicht immer mal wieder gern seine in ein blütencremeweißes Hochzeitskleid gewandete und mit Stöckel-(!)Schuhen ausgestattete Braut mit auf eine Fahrradtour in den Rosa-Granit-Felsen bei Ploumanac'h?
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Was ist Frankreich?
Frankreich ist auch, wenn die einzigen Becher (keine andere Tasse, kein anderes Gefäß, kein Plastiknapf, nix passt das sonst rein!), die in die ins Handschuhfach integrierten Becherhalterungen passen, an einer französischen Raststelle, die übrigens Aire de Bretonneux heißt und an der A29 zwischen Amiens und St. Quentin liegt, ausgegeben werden (Bild rechts).
Frankreich ist auch, wenn kleine Jungs im Alter von knapp zwei Jahren nicht zuerst Mama oder Papa sagen können, sondern "Daidebaohr". Fragenzeichen im Gesicht? Nicht doch! Wenn das Lieblings-Kuscheltier, das einen Esel darstellt, von seinen Eltern eingeführt wurde, in dem sie fragten: "Wo ist der kleine Esel?", und das Kind aus der folgenden Antwort - "Da ist der kleine Esel ja!" - nun eben den Namen "Da-i-de-ba" schuf, und wenn man dann auf das Ohr des kleinen Esels zeigt, dann kommt eben der glockenhelle Ausruf: Daidebaohr! Noch Fragen?
Ja! Frankreich ist auch, an der Aussprache der Kapelle von St. Samson (Saint Samson, en breton: Samzun, Namenstag 28. Juli) völlig zu scheitern. Aber wozu hat man französische Nachbarn, die einem mit ungläubiger Selbstverständlichkeit um die Ohren hauen wie es sich ausspricht - nämlich etwa [sɛ̃t sɑ̃'sɔ̃] - und still grinsen, wenn man es nicht gleich auf Anhieb so hinkriegt.
Und bitte jetzt nicht fragen, wie lange ich gebraucht habe, diese phonetische Schreibweise zu recherchieren und dann auch noch die korrekten Zeichen dafür irgendwoher zu kopieren...
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Was ist Urlaub?
Wozu macht man Urlaub? Um Fragen zu beantworten natürlich! Zum Beispiel: "Ist der Wind stark genug zum Surfen?" "Nein, Papa, das reicht nicht!!" Wird diese Frage nur ausreichend oft gestellt, kommt es vor, dass der Sohn entnervt aufgibt und anschließend Alibi-surfen geht, frei nach dem Motto "Dann hat die liebe Seele Ruh'."Fragen auch wie: "Wie sieht eigentlich ein Glühwürmchen aus?" Es ist tatsächlich ein Würmchen! Mit zwei Glühpunkten am Unterleib. - Das war der Abend, an dem Mama ein Glühwürmchen auf dem Bon vom Géant, den sie zufällig in der Tasche hatte, nach Hause trug.

Oder: "Haben Sie eigentlich einen Sohn?" (Diese Frage kann wahlweise an den Besitzer des hier zu sehenden Chateauchens, dem Leuchtturmwächter oder dem örtlichen Segelschuleninhaber gestellt werden.)
Oder: "Wie viele Vögel passen auf die sieben Inseln?" Und: "Warum haben wir nicht früher in Bio besser aufgepasst, um jetzt die Basstölpel von den Kormoranen unterscheiden zu können?"

Oder auch: "Wie heißen diese Blumen noch mal? Mombratzien? Mombrezien? Montbretien! Und diese da? Agapanthus! Und wie spricht man eigentlich Hortensien auf Französisch - hortensias - (siehe Foto mit Haus und Straße) aus?"

Nächste Frage: "Wie verwerflich ist es, mit Genuss eine Krabbe zu verspeisen, wenn das Meerestier noch kurze Zeit vorher recht quicklebendig in einer Schüssel in der Küche liegend seine Greifer und Zangen ausgefahren hat?"


Und die alles entscheidende Frage schließlich: "Warum ist es hier eigentlich so schön?"
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Adieu
Die Rückreise war eine dreiteilige Tour durch europäische Eisenbahnbaukunst. Zunächst: In Rennes in den TGV (Foto 2) und nonstop ab nach Paris-Montparnasse. Transfer quer durch Paris, dann am Gare du Nord in den Thalys (Foto 3), der nach Köln saust, dort ab in den ICE (Foto 4). Abreise Bég Leguer: 7 Uhr, Ankunft Rennes 9.15 Uhr, Abfahrt dort en train um 10.17 Uhr, Ankunft DO um 18.20 Uhr.

Einige Kleinigkeiten habe ich unterwegs gelernt:
1. Paris ist schön. Und man kann es an einem Ostermontag im Jahr 2007 auch viel besser sehen, wenn man mit dem Taxi vom Gare Montparnasse (Ankunftbahnhof des TGV) quer durch die Stadt zum Gare du Nord (Abfahrtsbahnhof Thalys), kutschiert wird. Man nimmt nämlich besser ein Taxi, wenn einem im Zug eine halbe Stunde vor Paris-Montparnasse auffällt, dass der Thalys nicht um 13.55, sondern um 12.55 Uhr abfährt und damit die geplante Route (zu Fuß zur Metro-Station der Linie 4, mit dieser von Montparnasse in den Norden), die optimistisch geschätzt eine Dreiviertelstunde dauert, unweigerlich zum Verpassen des fest gebuchten Thalys-Platzes führen würde... Spitzenreiseplanung, Tami-U. Wohl zu viel herumgetüftelt mit diversen Zugabreisezeiten und - orten, was?

2. Französische TGVs, die aus Rennes kommen, haben manchmal sogar fünf
3. Pariser Taxifahrer sind ein besonders verehrenswerter Menschenschlag. Wenn man sich nämlich abhetzt (s.o.), um schnell aus dem Montparnasse-Bahnhof zum Taxistand zu kommen und dabei übersieht, dass man seine Jeansjacke verliert, dann fährt einem, wenn man im Taxi sitzt, schon mal der nachfolgende Taxifahrer hinterher und hupt an der nächsten Ampel so vernehmlich, dass der Chauffeur anhält und mir das gute Stück Stoff rettet.
4. Pariser Taxifahrer verstehen was von ihrem Job: Ich steige ein, keuche: "Zum Gare du Nord, s'il vous plaît!", er fährt los, antwortet auf meine vorsichtige Frage, ob heute viel Verkehr in Paris sei, "Ah, no" und fragt dann (es war zu dem Zeitpunkt 12.27 Uhr), wann denn mein Zug führe?! Auf meine Antwort ("Um 12.55 Uhr") kommt dann: "Ah. Oh. Oh lala!" Aber: Er schafft's! Bisschen gehupt, wenn beim Ampel-auf-Grün-Umspringen der Wagen vor ihm mehr als zwei Zehntel-Sekunden zögert, bisschen strategische Spurwechsel, und schon hatten wir's. Der Beweis: siehe Foto oben (man beachte die Uhr links im Bild) vom Thalys-Gleis.
War das ein schöner Urlaub. Wie, ich wiederhole mich?! Kann gar nicht sein.
Langfristige Wirkungen müssen allerdings erst noch abgewartet werden. Die Legende des St. Guirec (die besagt, dass, wer der Heiligen-Figur in der kleinen Steinkapelle im Wattenmeer vor Ploumanac'h einen Nagel in die Nase piekst, in dem Jahr noch seinen Traummann findet - weswegen die Statue mittlerweile keine Nase mehr hat...) hat sich zwar in einem Fall im engeren Familienkreis bewahrheitet (Hochzeit ist im Juni), aber ob das auch funktioniert, wenn man gleich zwei (!) Frauen (!!) für seine Söhne (das Partner-Herbeiwünschen gilt eigentlich der Sage nach nur für Jungfrauen) bestellt und die auch noch "putzen, kochen, waschen und aufräumen" (!!!) können sollen, das ist nicht überliefert.
Schließlich: Sollte ich in einem nächsten Leben noch mal wählen müssen - ich würde die selben Eltern noch mal nehmen.
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Beerdigung auf Bretonisch
Klar, man kann einen massiven Eichenholzsarg nehmen, Hunderte von Euros teuren Grabgestecken nehmen, einen Pastor salbungsvolle Worte reden lassen und mit Sack und Pack über den Friedhof ziehen.
Man kann aber auch bretonisch beerdigen. Und das geht so:
Man trommele die gesamte Verwandtschaft sowie alle zu der Zeit in der Gegend urlaubenden Freunde zusammen. Checke dann, wenn man den Gezeitenkalender zuvor nur schlampig studiert und alle für elf Uhr eingeladen hat, am Tag der "Beerdigung" (die mehr eine Zerstreuung ist, und zwar auf einer nur bei Ebbe erreichbaren und sonst nur von Vögeln und Hasen bewohnten Insel namens Ile Canton) lieber noch mal genau, wann Ebbe und Flut ist und korrigiere dann ggfls. auf 14 Uhr. Um 14 Uhr reiche man Kaffee, Tee, Gâteaus, schicke die größeren Kinder schnell noch mal zum Klo und hülle die kleineren in ausreichend Fleecejacke und Halstücher. Dann begebe man sich zum Weststrand der Ile Grande, da wo der Campingplatz ist, und statte die tragfähigen Kinder mit bretonischen Flaggen aus (Foto).
Dann setzt man die Prozession in Marsch, immer gut darauf achtend, dass die Kinderwagen nicht im Watt absaufen und das die älteren Semester, die in normalen Schuhen zu der letzten Reise der zu
Hat man den Ort der letzten Ruhe erreicht, errechne man aus diversen Vollmondaufgehzeiten, dem letzten Hochwasserpegelstand, dem Koeffizienten des ersten Advents sowie der durchschnittlichen Windstärke am Todestag (oder so ähnlich) den Verstreuungsort. Dort werden die Flaggen in den Boden gerammt.
Als nächstes wird - "G., rede du!" "Nein, B., du sollst, du bist der Älteste!" "H., mach du doch!" - derjenige bestimmt, der ein paar andenkende Worte sprechen soll.
Einer soll singen. Keiner will singen.

Gut, wird eben die Mundharmonika rausgeholt und schnell ein kleines zehn Minuten dauerndes Potpourri aus bretonischen Keltenmelodien, dem Lieblings-Schlager der Verstorbenen (deren Asche übrigens schon ein Jahr lang in der Urne (Foto) aufbewahrt wurde) und Beethovens Neunter zum Besten gegeben.
Nach einer weiteren Pause (Thema: Wer verstreut nun die Asche?), darf dann jeder mal in die Urne greifen (die sich in nebenstehend abgebildeten, samtbeschlagenen Karton befindet) und (glücklicherweise mit Rückenwind) die sterblichen Überreste über die Ile Canton verwehen lassen.
Hernach wird den Kindern der Staub aus den Gesichtern gewischt und durch das langsam weder mit der Flut voll laufende Wattenmeerbecken zurückmarschiert wird. Der Rest des Tages wird mit mehreren Flaschen Wein, mehreren Quiches, mehreren Krabbensalaten, mehreren Blechen Kuchen und mehreren Stangen Baguette verbracht.
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Opfer
Der Urlaub hat erste Opfer gefordert: eine Autobatterie, ein WLAN-Netzwerk und ein Gesundheitszustand.Wenn man nämlich sein Boot reinigt (Foto 1) und diese Knochenarbeit mit ein wenig Musik aus dem Autoradio untermalen will, dann sollte man genau darauf achten, dass man beim Radio-Einschalten nicht aus Versehen auch die Klimaanlage einschaltet - die saugt dann nämlich in kürzester Zeit die Batterie leer... und man muss den Mitbewohner um Schützenhilfe bitten (Foto 2).
Opfer zwei verabschiedete sich beim Versuch, ein PowerPoint-Freeware-Programm zu installieren. Dabei sprach irgendwann das Drahtlosnetzwerk nicht mehr mit mir und dem Laptop. Der Router blinkte mich mit seinen Leuchtdioden nur unschuldig an, ließ sich aber weder vom kurzfristigen Abkoppeln vom Stromnetz beeindrucken noch wollte es danach wieder seinen Dienst tun. "Okay, dann halt alles auf Null!", dachte ich tabularasamäßig und piekste den Kuli in die Reset-Buchse. Diese Aktion brachte vordergründig nichts, mir aber hinterher von dem Mann, den sie Opfer drei hatte heute in der Stadt wohl zu viel Sonne abgekriegt. Der tägliche Einstunden-Spaziergang endete somit direkt nach zehn Minuten an der "Bar de la Plage", von wo aus ein Hilfetelefonanruf nach zu Hause gefunkt wurde. Problem: Auto eins war mit seinem Besitzer gerade unterwegs, Auto zwei ... siehe oben. Gut, wenn man Nachbarn hat, die einem zwecks Mamarettung eben mal schnell ihr Auto überlassen.
Sie hat jetzt auch schon wieder ein wenig Farbe im Gesicht. Die bretonische Sonne, zumal die frühjährliche, darf keinesfalls unterschätzt werden. Und jetzt reiche mir bitte jemand die Après-Sun-Lotion.
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Extrem-Laufing
Harmlos fing das Ganze an:
Schon bald: neue Gefahr im Verzug. Die wissen schon, warum sie auf die Holzplanken über das Bächlein noch Maschendraht (Foto 3) gezogen haben...
Immer schön aufpassen, dass man nicht ausglitscht (Foto 4)
und dann - platsch - im Wasser (Foto 5) landet.
Nur nicht zu sehr in Sicherheit wägen - es wartet ja noch die Safari-Sektion auf mich:
Wilde Tiere (Foto 6) bedrohen allzu gemächliches Weiterrennen.
Hilfe, Jungs, nicht angreifen! Ich tu euch nichts!Aber immer schön weiterlaufen, nicht von Pulswerten weit jenseits der 180 irritieren lassen, auch nicht von unzähligen Blüten-Hinguckern (Foto 7)
oder malerischem "vue mer" (Foto 8)

oder "vue Weide"
zwischendurch. Nix da, hier wird weitergerannt! Sonst macht's gleich doing
und dann hab ich ratzfatz
Über eines bin ich mir sicher: Dieses Extreme-Running inklusive Extreme-Wildlife-Fighting plus Extreme-Matschloch-Ausweiching und Extreme-Steilstrecken-Überwinding wird alsbald Pepe Danquart auf den Plan rufen. Wartet es ab: "Am Limit" und die Speedclimber darin ist harmloser als eine Kindergartenvorlesestunde gegen die Goas-Lagorn-Laufstrecke, sein "Höllentour", das die Mühen und Plagen der Tour de France nachvollzieht, ist ein schlechter Treppenwitz gegen die Hals- und Beinbrecherroute hier an der Cote de Granit Rose!
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"Programm" Tag zwei
Heute dann - Tag zwei - bis mittags weiteres aktives Vergammeln des Montags. Zwischendurch updating von der Wolke-7-Schönwetterfront per Telefonleitung nach S14 , später Genuss weiterer zweier Folgen von TfA, dann zur Erholung Teetrinken mit Nachbarin und Klein-Mori, gefolgt von gemächlichem Abhängen auf den diversen Couches dieses Anwesens.
Also: Wischlappen raus, Seifenlauge angesetzt, Sonnenliegen und Gartentische (Foto links)
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Angekommen
Hier wird gerade der "Kofferraum" ausgepackt. Man beachte: Anhängerplanen halten länger, wenn man die Eisenstangen, die später zu einem Rosenrank-Pavillon zusammengesteckt werden sollen, an den spitzen Kanten mit Handtüchern, Kopfkissen u.ä. abpolstert. Andernfalls reißt man sich Winkelhaken in die Plane. Und dann muss man sich beim Abendessen in "La Godille", das jetzt "Le bout dl'Ile" heißt, zwischen Chevre Chaud und Crèpe Fromage-Jambon erstmal mit dem Kleingeschriebenem im Anhänger-Mietvertrag und den möglichen Auslegungen von Haftpflichtversicherungen beschäftigen.Gut, dass wir wenigstens den großen Koffer nicht verloren haben, der schon
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Schön ist es auf der Welt in der Bretagne zu sein
Aber bald! Bald werden wir die Packungen von "Herta Delikatess-Kochschinken" aus dem Kühlschrank vertilgt haben und nur noch Brie und Comté aus dem Süper-Ü sowie Charcuterie-Ware darin liegen haben, wir werden Sand statt Rombergparkmatsch unter den Laufschuhen haben, wir werden vergessen haben, wo die Wecker-Funktion am Funktelefon ist und wir werden aufhören, uns Gedanken darum zu machen, ob die nächste Lehrerkonferenz schon gut genug vorbereitet ist und ob die Spvgg. Erkenschwick wohl heute gewonnen hat.
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Noch Fragen?
Nichts geht über vier Tage in der Bretagne. Weitere Details später, und amuse yeux schon mal dieses fotografische Appetithäppchen . . .So sieht das nämlich derzeit am Sentier des Douaniers ungefähr auf Höhe des Strandes Maez an Aod aus.
edit: Das orangene Zeug müsste Kalifornischer Goldmohn (Escholzia californica) sein. Aber nagele mich lieber niemand auf diese googleunterstützte botanische Schlaumeierei fest.
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Gut, dass wir verglichen haben
Es waren einmal zwei Geschwister, die hassten nur wenig so sehr, wie die Standard-Touristen-Fotos aus dem Urlaub mit nach Hause zu bringen. Und als sie einmal an die Rosa-Granitküste in der Bretagne reisten und dort bei Trégastel im so genannten Grand Chaos des Rochers am Felsen "la Palette du Peintre" vorbeikamen, waren sie sich nicht zu blöd,
ziemlich alberne Fotos zu machen. Entscheiden Sie selbst, wer beim Kopfüber-durch-die-Malerpalette-Contest eine bessere Figur abgibt - Schwester (oben) oder Bruder (unten).
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Schnappmuschel
Französische Kinder sind anders (bretonische sowieso). Wo schon deutsche Erwachsene (und sicher auch Erwachsene anderer Nationen) rufen: "Huuah! Muscheln! Mag ich nicht!", da verlangen bretonische Kinder ungerührt und ohne viel Federlesens: "Ich brauche eine Schnappmuschel." Und dann machen sie sich über einen Teller voller Moules Frites her. Lecker, Muscheln in Créme-Fraîche-Cidre-Sud. Keine Frage.Für Nicht-Insider und solche, die skandalöserweise noch nie in der Bretagne waren: Was den Italienern ihre kunstvoll und nur um die Gabel gewickelten Spaghetti sind, sind dem Franzosen - dem Bretonen - seine mit einer Muschel (der Schnappmuschel eben) aus der nächsten gezuppelten Muschelfleisch-Häppchen.
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Darum ist es in der Bretagne so schön
Es sind die kleinen Feinheiten, die machen, dass man sich auch für einen Vier-Tages-Aufenthalt diese Strecke allein um die Ohren schlägt, Spritpreise ohne viel (s.u.) mit den Wimpern rumzuzucken registriert und bereitwillig immer wieder an den gares de péage Halt macht, um für den weiteren Erhalt französischer Autobahnen zu spenden.Es ist zum Beispiel, 1050 km ohne Landkarte und Wegbeschreibung fahren zu können. Es ist, an der ersten Raststätte auf französischem Boden anzuhalten und einen Kaffee zu kaufen. Es ist, die Tickets der gares de péage in den Lüftungsschlitzen festzuklemmen. Es ist, fast eine halbe Autofahrtsstunde an der Baie du Mont Saint-Michel immer wieder den Klosterberg sehen zu können. Es ist die überschwengliche Begeisterung der Franzosen für Kreisverkehre, die sie bisweilen nur mit Hilfe einiger Mega-Legosteine auf dem freien Asphalt bauen. Es ist, stangenweise Baguette in sich reinzustopfen, als wenn's kein Morgen und keine nährstoffreichere Nahrung gäbe. Es ist auch, den niedlichsten und liebenswertesten Nachbarsjungen zwischen Camaret und Fougères, zwischen Roscoff und Plougastel neben sich wohnen zu haben, der bei der Ostereiersuche vor lauter Begeisterung vergisst, in welcher Sprache er zuerst juchzen soll. Es ist, Freunde mit Steinhaus zu haben, die kochen können, dass sich sogar Kerners Köche-Runde die Finger lecken würde - ich sag nur "schwarze Kartoffeln, roter Reis, Seeteufelsäckchen (oder -bäckchen?!), Morcheln und Tarte Tatin". Auch, weil man selbst bei 9 Grad kaltem Wasser und 7 Grad Lufttemperatur durchaus zwei Stunden auf dem Katamaran aushalten kann. Zwar kann man danach seine Füße nicht mehr spüren und braucht den halben Vormittag dazu, wieder Leben in die Glieder zu bringen, aber Spaß macht's. Und wie. Auch, weil französische Bands erst eine Weile Anlaufzeit brauchen. Und wenn sie sich nach drei Terminen endlich mal treffen, dann stellen sie fest, dass nicht alle Instrumente da sind. Und dann gehen sie eben lieber Rum trinken. Mit Kokos- und Mango-Aroma. Und einigen sich erstmal auf den Stil. Aber wir waren dabei, und wenn sie einst auf dem Cover vom Rolling Stone sind, dann sind wir die Zeugen der ersten Schritte.
Auch, weil an der salzig-feuchten Luft schon mal die Handbremse anoxidiert und man mit Hilfe eines findigen Stiefbruders und dessen autohandwerklichen Geschicks das Rad abbaut und die Handbremse losklopft und per Spray entrostet. Und nicht zuletzt, weil sich außer Coquille de l'encontre wohl kein Ferienhaus der Welt so gut dazu eignet, am Karfreitag mit Hingabe einen Sinbad-Zeichentrick-Film zu gucken und den Tag komplett zu verlungern. Weil der Gärtner Stéphane den schönsten tondeuse im Umkreis von 78 Kilometern hat. Weil Rehe durch den Garten hoppeln und Möwen in der Luft kreischen. Weil die Austern sich nicht mit Vogelgrippe anstecken können, weil sie, so die bretonischen Einheimischen, ja auch schließlich keine Lungen haben. Weil es nirgendwo so viel Spaß macht einzukaufen wie im Géant von Lannion. Weil es Spaß macht, auf dem Markt zwei Stücke "faux fillet" für knapp 9 Euro zu erstehen und unter Dauer-Kichern wegen dieses "Schnäppchens" den Händler zu verwirren. Auch, weil niemand so geheimnisvolle Crépes-Rezepte hat wie Julien. Weil die einzig passende Antwort auf die Frage: "Und, was hast du gefrühstückt?" "Brot mit Schokolade" ist.
Weil hier einfach immer sofort alles gut ist.
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Belgien raus aus der EU!
Nichts zu machen. Dieses Land hat verloren. Wieder musste ich da durch, nutzt ja nichts, ist nun mal der kürzeste Weg in die Bretagne, und wieder gab's Ärger. Auf dem Hinweg hielt es sich noch in Grenzen, sieht man von den üblichen Belästigungen wie lausig Auto fahrenden Mitmenschen, Mega-Schlaglöchern und der
Aber auf dem Rückweg. Der Klassiker. Sprit geht langsam zur Neige. Noch auf französischem Staatsgebiet ein Blick auf die Preise der Autobahntankstellen: "Nee, zu teuer." Beschluss: "Ich fahr ab. Valenciennes, das liegt doch direkt neben der Autobahn. Da wird doch was zu machen sein."
Auf den ersten Blick schien ich eine gute Ausfahrt gewählt zu haben. Ein McDonald's, ein Kino-Komplex, ein Supermarkt (natürlich geschlossen, war ja Ostermontag). Aber: Wo ein McDonald's, da meist auch eine Tanke. Nö. Hier nicht. Oder besser: Doch eine Tanke, aber eine solche, die nur dem das oktanhaltige Gebräu ausschenkt, der durch eine geheimnisvolle Karte französischer Banken als Mitglied des elitären Clubs der Automatische-Tankstellen-Benutzen-Dürfer akkreditiert ist. Also weitergekurvt. Durch ein Wohngebiet, in dem ich allen Ernstes überlegte, ob ich nicht aussteigen und eine Mülltonne anzünden soll. Gepasst hätte es in die Gegend. Natürlich keine Tankstelle. "Lange gurkst du nicht mehr rum", denke ich noch so bei mir. "Nur noch diese Straße, bis zum Ende. Da sieht es so aus, als wäre da was." "Was" müsste ja noch nicht mal sein, eine Tankstelle hätte gereicht...
Muss ich erwähnen, dass ich annähernd eine halbe Stunde durch Valenciennes geeiert bin? Möchte jemand eine Stadtrundfahrt? Ich weiß nämlich jetzt bestens Bescheid, wo der Bahnhof (la gare), die Handelskammer (chambre des commerces), die Feuerwehrhauptwache (station des pompiers) und das Rathaus (mairie, derzeit mit Riesenbaustelle verschandelt) sind. Effekt derartiger Ausflüge ist bedauerlicherweise auch, dass mein armes Auto die ganze Wut abbekommt. Bodenwellen werden überfahren, als wenn nichts wär', Blinkersetzen fällt aus wegen Aggressionen, Tempolimits werden missachtet, quasi zur Strafe, weil mich diese elende, tankstellenlose Stadt so genervt hat.
So. Irgendwann doch wieder auf die Autobahn gelangt. Half nichts, jetzt war ich schon fast in Drecks-Belgien. Das war überhaupt das Ärgerlichste an der Affäre: Dass ich jetzt mein Geld belgischen Tankstellenbesitzern in den Saugrüssel werfen müsste. Aber nun. Man will ja ankommen. War mittlerweile schon 20.30 Uhr und noch 400 km zu fahren. Allein.Kaum über die Grenze, empfangen mich wieder die unseligen Autobahn-Zustände dieses nichtsnutzigen Landes, die Trennfugen haben, wofür in Deutschland eine Tempo-30-Zone (Vorsicht! Bodenwelle!) eingerichtet würde. Es gibt auch Städte, die haben Namen, die würde man seinem ärgsten Feind nicht als Krankheit an den Hals wünschen: Ghlin. Oder Morlinwelz. Oder Hannut. Oder Bierwart. Aber ich schweife ab. Ab auf die Shell-Tanke, gut mit Autos bestückt, weil: Jetzt wollten gerade alle tanken, die aus dem Osterurlaub kamen. Fahre ich an die Säule 10, an der nur ein dusseliger Holländer parkt, der, des Rückwärts-Fahrens nicht mächtig, mich nötigte, noch eine Extra-Schleife zu drehen, damit er wegkonnte. Peanuts. Zapfpistole an den Tank gehalten, Hebel gezogen - nichts. Kein Sprit floss. Noch einmal die Aufschrift an der Säule studiert, die die Inhaber dieser Tankstelle freundlicherweise in vier Sprachen, auch Deutsch, angebracht hatten: "Zwischen 21 und 6 Uhr zahlen Sie bitte vor dem Tanken." Ist ja kein Problem. Ist ja erst 20.40 Uhr. Es tat sich nichts. Schon leicht auf 180 in die Tankstelle reinmarschiert. Natürlich war eine Schlange vor dem Schalter. "Madame, la dix (die Zapfsäule Nummer 10) ne functionne pas!" "Oui. Il faut payer en avant." "Mais ce n'est pas 21 heures!" "Il faut payer en avant tous le jours! La dix, c'est l'autre côté!" Ich: "???" Sach mal, habt ihr sie noch alle? Warum schreibt ihr dann dran, dass man erst um 21 Uhr vorher bezahlen muss, wenn das doch den ganzen Tag gilt? Und was zur Hölle hat es mit den Zahlungsmodalitäten zu tun, auf welcher Seite (die Säulen standen ohnehin alle in einer Reihe, nur dass die 10 die alleräußerste war) die Säule steht? Die Mittanker werden sich ein wenig gewundert haben, dass ich wilde Flüche ausstoßend ("Drecksblödmännerspinnerarschlöcher!") mein Auto betankte.
Muss ich noch erwähnen, dass 95-Oktan-Sprit hier 1,41 Euro (zwei Tage vorher in Lannion: 1.23 Euro) pro Liter kostete? Da muss man sich wehren, finde ich. Der Klo-Beaufsichtiger hat keinen müden Cent von mir gesehen. Trifft den Falschen, ich weiß, aber Rache ist Geizkragen.
(Foto: www.avv.de)
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Rosa Granitküste
Neuigkeiten 2007
Im Haupthaus haben wir das Bad renoviert. Hier gibt es jetzt auch eine Dusche, so dass zwei vollständige Badeinheiten im Haus zur Verfügung stehen.
Für Gäste, die gerne das Internet benutzen wollen,
besteht die Möglichkeit unseren HotSpot zu nutzen.
Gäste erhalten den Zugangscode.
Hinten im Garten wird zurzeit ein Pavillon gebaut. Er steht den Gästen zur Verfügung.
zu finden unter: Neues vom Haus
